Vom Mega-Konzert zur Barock-Idylle

Stationen: Mark Forster in Gunzenhausen und Radler-Karawane in Ellingen – Ökumene auf dem Tandem

Stationen: Mark Forster in Gunzenhausen und Radler-Karawane in Ellingen – Ökumene auf dem Tandem

ELLINGEN/GUNZENHAUSEN
(rh) – Bombastische Stimmung und ebensolches Wetter: Das Fränkische Seenland hat sich den Teilnehmern der BR-Radltour von seiner besten Seite
gezeigt. Zum Auftakt gab es zudem rekordverdächtige Besucherzahlen: Rund 20 000 Menschen feierten beim Auftritt von Mark Forster in Gunzenhausen und knapp 2 500 Frauen, Männer und Kinder machten sich auf die erste Teiletappe durchs Seenland.

Die Karawane der Pedalritter rollte gestern zunächst um den Altmühlsee und feierte einen gemeinsamen Sonntagsgottesdienst, bevor es über Dittenheim und Alesheim nach Weißenburg ging. Auf dem Marktplatz und in der Luitpoldstraße begrüßten zahlreiche Zaungäste die Radler, die allerdings nur wenig Zeit hatten, sich die Altstadt anzusehen. In flotter Pulk-Fahrt ging es über die Nürnberger Straße nach Ellingen, wo im schattigen Ehrenhof zwischen Schloss und fürstlicher Brauerei schattige Plätze, kühles Bier und diverse Schmankerl auf die Radler warteten. Die hatten schon
zwei Drittel der Tagesetappe absolviert und sich die zweieinhalbstündige Pause angesichts der hochsommerlichen Temperaturen auch redlich verdient.

Zu Bier und Bratwürsten gab es auch entsprechend Unterhaltung: Die beiden Ellinger Pfarrer Dr. Thomas Stübinger und Roland Knöll zeigten in Reimform, wie es in Ellingen um die Ökumene steht – passend zur Radltour auf einem Tandem, das zudem noch von der Firma „Prophet“ stammte,
was BR-Moderator Roman Röll doch etwas verwunderte. Beide Geistliche outeten sich als Fans des 1. FC Nürnberg, für dessen Heimspiele Roland
Knöll auch eine Dauerkarte hat. „Mein katholischer Kollege darf da auch mal hin, wenn ich keine Zeit habe“.

Ellingens Bürgermeister Walter Hasl und das Fürsten-Ehepaar Kathalin und Carl-Christian von Wrede machten anschließend Werbung für die
„Perle des fränkischen Barock“: Die Residenz seiner Ahnen bezeichnete Carl Christian von Wrede als ein „echtes Juwel“. Und das konnten die knapp 2 500 Radler auch in Augenschein nehmen, zumal die Bayerische Schlösserverwaltung bei freiem Eintritt auch einen kleinen Rundgang durchs Schloss vorbereitet und auch die prächtige Schlosskirche geöffnet hatte. Im Kirchenschiff und im Festsaal des Schlosses ging es nicht nur prunkvoll, sondern auch deutlich frischer als im Freien zu – die kleine Abkühlung war den BR-Radltourern sehr willkommen. In die Etappe von Ellingen zurück nach Gunzenhausen reihte sich auch Bayerns Innenminister Wolfgang Hermann in den Pulk ein. Er strampelt seit Jahren immer bei einer oder mehreren Etappen mit – „ohne E-Bike natürlich“ wie er auf der Bühne bekundete.

Am gestrigen Sonntagabend stand auf dem Gunzenhausener Kirchweihplatz das Konzert mit der Band „Marquess“ auf dem Programm und am heutigen Montagmorgen brechen die Radler dann in Richtung Süden auf. Zunächst geht es nach Nördlingen, wo heute Abend Kim Wilde ihre 80er-Hits zum Besten geben wird. Am morgigen Dienstag geht es weiter nach Gersthofen und dann über Landsberg am Lech sowie Memmingen nach Sonthofen. Dort wird Christina Stürmer zum Abschluss der BR-Radltour rocken.

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